
Jackie E.,
Hurentaten
Wien, 09. April 2011
Es ist da! Buch Nr. 1. Es ist
natürlich ein kleiner Meilenstein für eine angehende
Schreiberin, wenn sie einen Verlag gefunden hat, das Manuskript
abgegeben ist, die ersten Entwürfe des Covers entstehen und
schon ein Erscheinungstermin feststeht. Das habe ich im
September 2010 an dieser Stelle geschrieben. Nun ist Buch Nr.
1 im Buchhandel gelandet und ich habe die ersten druckfrischen
Exemplare auf der Leipziger Buchmesse in Händen gehalten.
Worum es in Buch Nr. 1
geht? Natürlich um Sex. Nicht nur, weil sich Sex gut verkauft,
sondern hauptsächlich darum, weil ich mich damit nun einmal
ziemlich gut auskenne. Soll ich noch etwas mehr verraten? Also,
es gibt eine Hauptfigur: Jackie. Soviel Eitelkeit muss schon
sein, dass ich in meinem ersten Buch auch die Hauptperson bin.
Und es gibt eine Menge männlicher Protagonisten. Was ich mit
denen mache? Das ist wohl klar: Sex. Ich rede um solche Dinge
nicht lange herum, also geht es in Buch Nr. 1 einfach um
witzigen, haarsträubenden, langweiligen und geilen Sex.
Eigentlich standen am
Anfang nur ein paar G’schichten, die mir mit der Männerwelt
passiert sind. Okay, da ich mich mit Männern fast ausschließlich
treffe, um mit ihnen Sex zu machen, ist der Charakter meiner
Geschichten ziemlich offensichtlich. Aber sei es drum, jeder
muss machen, was er am besten kann. Bei mir sind das Sex und
Schreiben. Also habe ich beides kombiniert und ein kleines Blog
im Internet ins Leben gerufen, das
Luderblog. Das Blog ist
irgendwann erwachsen geworden und aus den einzelnen Wiener
Liederlichkeiten wurde ein ganzes Buch: Buch Nr. 1.
In meinem Buch kommen
ziemlich viele Männer vor. Ich finde, Männer sind eine spannende
Sache – vor allem, wenn man es mit ihnen treiben kann.
Eigentlich war ich ja ein ziemlicher Spätzünder in Sachen
Erotik, aber dann ging es doch irgendwann mit Anfang Zwanzig
los. Für ein paar Abenteuer reiste ich in halb Europa herum. Die
Sache gefiel mir und ich blieb dabei. Aus wilden erotischen
Fantasien wurde immer häufiger Sex. Und so kam eins zum anderen.
Jedenfalls bin ich jetzt Mitte Zwanzig und es sind eine Menge
Männer zusammengekommen. Spannende, skurrile, potente,
zweiflerische, romantische, langweilige, geile, unerotische,
wilde, normale Männer waren, mit denen ich es getrieben habe.
Über sie schreibe ich in Buch Nr. 1.
Buch Nr. 1 war die
Bezeichnung für das Manuskript, als es noch keinen Arbeitstitel
gab. Lange habe ich an einem Titel herumgedoktert. Einfach
merkbar sollte er sein, gut klingen sollte er und natürlich das
ausdrücken, worum es in meinem Buch geht. Irgendwann landete ich
bei Hurentaten und auch mein Verleger fand sich damit ab.
In meinen Hurentaten geht
es um Sex gegen Geld. Das heißt, eigentlich geht es gar nicht so
ums Geld. Ich bekomme es halt dafür, dass ich mit irgendwelchen
Kerlen Sex mache. Das hat sich vor mehr drei Jahren aus einem
Gedankenspiel heraus ergeben und ich bin dabei geblieben. Warum?
Weil mich die Sache ziemlich anmacht – immer noch und trotz des
einen oder anderen langweiligen Erlebnisses. Es mit jemanden zum
treiben, der mich dafür bezahlt, tut meinem erotischem
Selbstbewusstsein und meiner Möse ziemlich gut. Und darüber zu
schreiben tut meinem Ego ziemlich gut.
Wie man als Frau dazu
kommt, plötzlich wilde Hurentaten zu begehen? Jede Frau hat
sicherlich ihre individuellen Einstiegsszenarien, die nicht
immer lustbetont sind. Bei mir ging es eigentlich ganz einfach.
Bevor ich mit der Hurerei angefangen habe, war ich eine junge
Frau mit ausgeprägten Fantasien und mäßiger Erfahrung. Ich hatte
ein paar Erlebnisse, die mich ganz schön anmachten. In der Zeit
kam ein neuer Freund in mein Leben. Ich philosophierte mit ihm
über das Huresein und ich muss zugeben, sein wohlwollendes, aber
vielleicht nicht ganz ernst nehmendes Interesse an meinen
Fantasien gab mir den Rest. Jetzt wollte ich es wissen. Also
ging ich es an und war doch ein bisschen überrascht, dass mir
Sex gegen Geld so viel Spaß machte.
Das ist bis heute so geblieben.
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